Schließung des eingruppigen Kindergartens Großinzersdorf ab 2026/2027

Kindergarten Großinzersdorf

© Lisa Lobner

Beschluss in der Gemeinderatssitzung am 25. März 2026

Die Stadtgemeinde Zistersdorf beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Planung und Organisation der Kindergartengruppen in der Großgemeinde für das Kindergartenjahr 2026/2027. Im Zuge der aktuellen Bedarfserhebung für September 2026 wurde festgestellt, dass die erforderliche Mindestanzahl für insgesamt 13 Kindergartengruppen nicht erreicht wird. Auch für die kommenden Jahre ist nach derzeitigem Stand kein nennenswerter Anstieg der Kinderzahlen zu erwarten.

Gerade im Bereich der Kinderbetreuung ist es besonders schwierig, langfristige Prognosen zu erstellen, da zwischen Geburt und Eintritt in eine Kleinkinder- oder Kindergartengruppe meist nur etwa zwei Jahre liegen und sich der Bedarf daher rasch verändern kann. Dennoch müssen Entscheidungen auf Grundlage der aktuell vorliegenden Zahlen und Rahmenbedingungen sachlich und verantwortungsvoll getroffen werden.

Daher war es notwendig, eine Gruppe ab September 2026 zu schließen. Seitens des Landes Niederösterreich wird der Stadtgemeinde künftig nur mehr die Führung von zwölf statt bisher dreizehn Kindergartengruppen genehmigt.

Vor diesem Hintergrund musste die Gemeinde eine organisatorische Anpassung der bestehenden Standorte prüfen. Dabei wurde die Schließung des Standortes Großinzersdorf in Betracht gezogen. Da es sich um einen eingruppigen Kindergarten handelt, gestaltet sich die Vertretungsregelung im Falle von Krankheit oder Urlaub der Kindergartenpädagogin schwierig. Darüber hinaus befindet sich das Gebäude in einem baulichen Zustand, der in den kommenden Jahren Renovierungs- und Investitionsmaßnahmen erforderlich machen würde, um weiterhin den gesetzlichen Anforderungen und Genehmigungsvorgaben des Landes Niederösterreich zu entsprechen.

Die Gemeinde betont, dass ihr diese Entscheidung nicht leichtgefallen ist. Um die betroffenen Familien möglichst frühzeitig einzubinden, wurde zeitnah ein Elternabend organisiert, bei dem die Situation ausführlich erläutert und offene Fragen beantwortet wurden.

Die Betreuung aller Kinder aus Großinzersdorf ist auch künftig sichergestellt. Ab dem Kindergartenjahr 2026/2027 werden die Kinder in anderen Kindergartengruppen der Stadtgemeinde Zistersdorf betreut. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass die Kinder weiterhin gemeinsam in einem Haus geführt werden, um die gewohnte Gruppengemeinschaft bestmöglich zu erhalten.

Durch die Eingliederung in einen größeren Kindergartenstandort ergeben sich zudem mehrere organisatorische und pädagogische Vorteile. So ist die Nachmittagsbetreuung durch eine größere Kinderanzahl dauerhaft gesichert, die Kinder werden in einem modern ausgestatteten Gebäude betreut und auch die Vertretungsregelung bei Krankheit oder Urlaub des pädagogischen Personals kann in einem mehrgruppigen Kindergarten wesentlich einfacher organisiert werden.

Die Stadtgemeinde Zistersdorf möchte sich an dieser Stelle besonders bei den Mitarbeiterinnen des Kindergartens Großinzersdorf für ihr großes Engagement, ihre pädagogische Arbeit und ihren täglichen Einsatz für die Kinder bedanken.

Es wird auch künftig eine qualitativ hochwertige, verlässliche und bedarfsgerechte Kinderbetreuung für die Familien aus Großinzersdorf gewährleistet – auch wenn die Schließung des Standortes von allen Beteiligten bedauert wird.


Zukunft des Gebäudes in Großinzersdorf

Parallel zur Schließung des Kindergartenstandortes plant die Gemeinde eine neue Nutzung für das bestehende Gebäude. Ziel ist eine nachhaltige Umnutzung, die den Bedürfnissen der Bevölkerung vor Ort gerecht wird.

Zeitnah soll mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Nutzungskonzeptes begonnen werden. Darauf aufbauend werden in weiterer Folge auch die konkreten Planungen gestartet.

Im Rahmen des künftigen Nutzungskonzeptes sind unter anderem vorgesehen:

  • ein größerer Veranstaltungssaal im Obergeschoss,
  • ein Jugendheim im Erdgeschoss sowie 
  • ein öffentlich zugänglicher Spielplatz im Innenhof. 

Die Umsetzung des Projekts ist mittelfristig vorgesehen.


Wort des Bürgermeisters